Autor werden: Einfach in 12 Schritten von der Idee zum Roman

In diesem Artikel erfährst du, was du wissen musst, um Autor*in zu werden. Damit gebe ich dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deinem Traum, deinen eigenen Roman zu schreiben, näher kommst. Die Schritte sind umfassend und einfach erklärt, sodass du ihnen leicht folgen kannst. So rückt dein Ziel „Autor werden“ in greifbare Nähe.

Muss Autor werden schwierig sein?

Hört sich alles ganz einfach an? Ist es im Grunde auch. Aber natürlich gilt trotzdem: Einen Roman zu schreiben, bedeutet viel Arbeit, viel Motivation und Durchhaltevermögen. Ohne diese Zutaten wird es mit deinem Buch nichts werden. Ich werde dir in diesem - recht langen - Artikel alles andere an die Hand geben, was du benötigst, um Autor zu werden. Am besten speicherst du ihn dir ab, um immer wieder in die einzelnen Schritte zu schauen.

Die erste Frage, mit der sich meine Reihe beschäftigt, ist die, wie du das für dich passende Roman-Genre finden kannst. Diese solltest du dir beantworten, bevor du das erste Wort auf ein (virtuelles) Blatt Papier setzt. Denn diese Entscheidung bestimmt den weiteren Verlauf deiner Schreib-Aktivitäten.

Einen Roman zu schreiben, bedeutet viel Arbeit, viel Motivation und Durchhaltevermögen.

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Schritt 1: Dein Genre

Vielleicht fragst du dich, warum du dich überhaupt für ein Roman-Genre entscheiden sollst. Du willst schließlich einen Roman schreiben, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und dich mal so richtig literarisch auszutoben. Wenn du einen Roman nur für dich schreiben willst, trifft das in jedem Fall zu. Wenn du jedoch einen Verlag oder sogar Leser*innen finden willst, solltest du dich auf ein Genre festlegen. Denn (die meisten) Verlage, Leser*innen und Buchhandlungen denken in Genres.

Die Genres machen das Leben aller, die mit Literatur zu tun haben, um so viel einfacher. Wenn dir jemand sagt, dass er einen fantastischen Krimi liest, weißt du sofort, ob dieser Roman aufgrund des Genres überhaupt für dich in Frage kommt. Wenn jemand in der Buchhandlung einen Science Fiction-Roman sucht, verraten entsprechende Schilder ihm, wo er ihn finden kann.

Dich mit Roman-Genres zu befassen, bevor du mit dem Schreiben loslegst, ist also alles andere als Zeitverschwendung. Es gibt deinem Roman eine Richtung, dir Genre-Regeln, die dir helfen können, und deinem künftigen Leser*innen Orientierung. Im Folgenden findest du 4 Tipps, wie du das für dich perfekte Roman-Genre findest.

1: Informiere dich über verschiedene Genres.

Wenn du dich bisher nie mit Genres auseinandergesetzt hast, fallen dir spontan wahrscheinlich nur Krimi, Thriller und Liebesroman ein. Doch es gibt etliche Genres mehr. Einen guten ersten Überblick findest du in meinem Artikel zu Roman-Genres. Am besten liest du hier oder auf anderen Seiten erst einmal nach, was es überhaupt gibt. Du wirst überrascht sein, wie viele Genres und Sub-Genres unterschieden werden. Notiere dir die Genres, die dich am ehesten ansprechen, so dass du am Ende eine grobe erste Liste mit Ideen hast. Wahrscheinlich wirst du einige Roman-Genres finden, von denen du noch nie gehört hast, die dich aber trotzdem ansprechen, die du spannend oder witzig findest. Und vielleicht ist eins dieser Genres genau das richtige für dich.

Genres machen das Leben aller, die mit Literatur zu tun haben, um so viel einfacher.

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2: Überlege, was gelesen wird.

Wenn du nur für dich und nicht für andere schreiben möchtest, musst du diese Regel nicht beachten. Wenn du aber Leser finden möchtest, solltest du überlegen, was überhaupt gelesen wird. Dazu kannst du dir die Bestseller-Listen oder Auslagen in Buchhandlungen anschauen und mit deinem neu erworbenen Wissen über Genres alles, was dir begegnet, in die entsprechenden Kategorien einteilen.

Du wirst sehr schnell feststellen, dass es kein Zufall ist, dass Krimis, Thriller und Liebesromane jedem bekannt sind – sie werden einfach am häufigsten gekauft und entsprechend auch geschrieben.

Das bedeutet aber nicht, dass du einfach das Genre wählen solltest, das du am häufigsten findest oder das die meisten Leser*innen hat. Dass ein Genre sehr gut besetzt ist, kann auch heißen, dass niemand auf ausgerechnet dein Buch gewartet hat. Du solltest deine Liste von Genres, die grundsätzlich für dich in Frage kommen, nun jedoch kritisch überprüfen. Gibt es für diese Genres Leser*innen? Findest du sie in den Buchhandlungen? Falls nein, muss das noch nicht bedeuten, dass du das Genre zu den Akten legst. Es heißt aber in jedem Fall, dass du es später schwerer haben wirst mit der Bewerbung des Buchs.

3: Nimm ein Genre mit klaren Regeln – oder gerade nicht.

Wenn du Schreibanfänger*in und unsicher bist, solltest du ein Genre mit klaren Regeln wählen. Das macht es einfacher, Orientierung zu finden. Gerade beim ersten Roman wirst du viele Dinge haben, mit denen du kämpfst. Da kann es leichter für dich sein, wenn du einen festgesteckten Rahmen hast, in dem du dich inhaltlich bewegst.

Wenn dir beim Gedanken an klare Regeln die Haare zu Berge stehen und du dich eingeengt fühlst, solltest du ein anderes Genre wählen. Wenn du noch nie einen Roman geschrieben hast, ist das in jedem Fall einfacher, als ein sehr stark strukturiertes Genre (wie den Krimi) zu wählen und dann zu versuchen, die Regeln zu brechen. Denn um das erfolgreich zu tun, musst du sie erst einmal kennen.

Wenn du Schreibanfänger*in und unsicher bist, solltest du ein Genre mit klaren Regeln wählen.

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4: Schreib etwas, was du selbst gerne lesen würdest.

Dieser Tipp gilt nicht nur, wenn du gerade das für dich passende Roman-Genre finden möchtest. Für mich ist das einer der wichtigsten Tipps beim Schreiben überhaupt. Wenn du deinen Roman nicht gerne lesen möchtest, wer dann?

Für die Wahl deines Roman-Genres gilt das natürlich auch. Du wirst dich am sichersten in einem Genre fühlen (und intuitiv dessen ungeschriebene Regeln einhalten), wenn du viele Romane aus diesem Genre gelesen hast. Wenn du selbst ein großer Fan von Science Fiction bist, ist dies sehr wahrscheinlich das richtige Genre für dich, denn du kennst dich aus und weißt, was Leser wie du erwarten - und sicher möchtest du neben deinen SciFi-Helden Autor werden.

Wenn du unbedingt ein Genre wählen möchtest, das du bisher noch nicht so gut kennst, solltest du das in jedem Fall nachholen. Mindestens 5-10 möglichst unterschiedliche Bücher aus deinem gewählten Genre solltest du lesen, bevor du dich selbst ans Schreiben machst. Denn du kannst davon ausgehen, dass deine Leser das Gleiche getan haben.

Schritt 2: Deine Idee entwickeln

Beim Ausarbeiten der Idee hin zu einem Grundgerüst für deine Geschichte legst du den Grundstein für deinen Roman. Alle Zeit, die du jetzt investierst, sparst du später locker ein, wenn du einfach weiterschreiben kannst, wo du sonst vielleicht gestockt hättest.

Eine sehr strukturierte Möglichkeit, eine Idee bis zum Roman zu entwickeln, ist die Schneeflockenmethode. Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel.

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Woher bekommst du deine Ideen?

Ich gehe bei meinen fünf Schritten davon aus, dass du eine (sehr!) grobe Idee für einen Roman hast. Ich möchte beispielsweise die Geschichte einer alkoholkranken Lehrerin erzählen. Mehr weiß ich momentan noch nicht.

Wie kommst du nun an eine solche Idee? Am besten findest du sie im Alltag. Nimm ein Notizbuch mit und schreibe dir immer, wenn du etwas interessant findest, ein paar Punkte dazu auf. Wenn du beispielsweise ein Paar in der Bahn streiten siehst und dich fragst, was die beiden so aufregt, gib ihnen einfach die entsprechende Geschichte. Oder wenn du eine Mutter siehst, die gestresst ihr Kind hinter sich her zieht, fällt dir vielleicht ein, was die Frau gerade so beschäftigt.

Diese ganz kurz formulierte Idee ist das Thema deines Romans. Sie ist die kleinstmögliche Zusammenfassung dessen, was du schreibst.

Wenn du dich intensiver damit auseinander setzen möchtest, wie du Ideen und Inspirationen findest, lies am besten meinen Artikel zu diesem Thema.

Die besten Ideen für deine Romane findest du im Alltag.

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Ich zeige dir nun, wie ich in 5 Schritten vorgehe, wenn ich eine Idee entwickeln möchte. Üblicherweise nutze ich dazu Post-its und eine große (Schrank-)Wand, auf die ich alles klebe und sortiere. Ich persönlich kann so sehr gut arbeiten, weil ich gerne die Zettel in der Hand halte, umhänge, ergänze oder auch wegwerfe. Wenn du lieber mit dem Computer arbeitest, bietet sich beispielsweise Trello an.

1: Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?

Im ersten Schritt gebe ich der Grund-Idee, die ich habe, eine Vergangenheit und eine Zukunft. Beides wird für den Roman wichtig. Die Vergangenheit gibt dir die Grundlage, auf der sich später deine Handlung entwickelt und deine Figuren verhalten. Die Zukunft zeigt schon die Richtung der Entwicklung an. Zum Thema, mit dem du gestartet bist, gesellen sich nun also Ursprung und Entwicklungsrichtung.

Die Vergangenheit meiner Lehrerin könnte eine stabile Beziehung mit einem anderen Lehrer sein, die jedoch beendet ist. Die Zukunft ist der absolute soziale Abstieg. Weiter arbeite ich die Idee in diesem ersten Schritt noch gar nicht aus, da sich sonst beim weiteren Vorgehen noch zu viel ändern könnte.

2: Was willst du damit sagen?

Bevor du deine Idee weiter entwickeln kannst, solltest du dir überlegen, was die Aussage hinter deinem Roman ist. Wozu schreibst du genau diese Geschichte? Mit welcher Botschaft soll dein*e Leser*in sich auseinandersetzen? Was du in diesem Schritt suchst, ist die Vision deiner Idee. Dafür brauchst du nicht mehr als die drei Eckpunkte, die du bis hierhin entwickelt hast – Thema, Ursprung, Entwicklungsrichtung.

Bevor du deine Idee weiter entwickeln kannst, solltest du dir überlegen, was die Aussage hinter deinem Roman ist.

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Meist gibt es einen Grund, warum bestimmte Ideen bei dir hängen bleiben, warum sie dich ansprechen: Du erkennst intuitiv in ihnen, was man damit aussagen könnte. Insofern brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass du hier etwas „erfinden“ musst, was du gar nicht brauchst. In Wahrheit arbeitest du nur etwas heraus, was dich von Anfang an an der Idee fasziniert hat.

Meine Vision oder Botschaft hinter meiner Idee lautet: Die Fäden, die uns alle in unserem Alltag festhalten, sind sehr dünn und können leicht zerreißen.

3: Finde Probleme

Ohne Konflikt gibt es keine Geschichte, sondern nur einen langweiligen Text. Also braucht deine Idee vor allem eins: Probleme! Spätestens hier fange ich übrigens an, meine Wohnung mit Post-its zu dekorieren. Denn nun kannst du alles aufschreiben, was in deinem Setting / deiner Idee zu Problemen führen könnte. Am besten nimmst du je Problem einen Zettel. Du wirst längst nicht alle in deiner Geschichte verwenden, so kannst du nachher gut sortieren, was du brauchst und was du vielleicht für später aufhebst.

Wenn ich meine Idee entwickeln würde, würde ich zum Beispiel folgende Probleme finden: Sie könnte arbeitslos werden, eine durch Alkohol verursachte Krankheit bekommen, ihre beste Freundin verlieren, einen Autounfall verursachen, es sich mit den Nachbarn verscherzen, die Miete nicht mehr zahlen können, obdachlos werden … Ganz schön viel, oder? Dies sind alles Probleme, die direkt mit der Idee zusammenhängen. Wenn du etwas nachdenkst, kommst du sehr schnell auf zwanzig oder dreißig mögliche Probleme. Je näher sie an der Ausgangssituation oder an einem der anderen Probleme sind, desto besser, denn umso stimmiger wird deine Geschichte später.

4: Finde eine Lösung

Viele Probleme und nur eine Lösung? Am Ende ja. Und genau um das Ende geht es in diesem Schritt. Wenn du all deine Probleme auf Zetteln oder in einem Dokument zusammengefasst hast, finde eine Lösung für sie alle. Das ist einfacher, als es sich anhört, denn normalerweise liegt all diesen Konflikten ein Grundproblem zugrunde. Hier ist es der Alkoholismus der Lehrerin.

Ohne Konflikt gibt es keine Geschichte, sondern nur einen langweiligen Text.

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Eine mögliche Lösung und damit ein mögliches Ende wäre, dass sie sich in eine Reha-Klinik einweist und einen Entzug macht. Eine andere, etwas düsterere, könnte sein, dass sie stirbt oder sich sogar das Leben nimmt. Wofür auch immer du dich entscheidest, dieser Schritt gibt deinem Roman später seine Richtung.

5: 5 Mal Warum

„5 Mal Warum“ ist eine Moderationstechnik, mit der man Ursachen für Probleme herausfinden kann. Man kann aber auch ganz hervorragend damit eine Idee entwickeln. Lücken, die die ersten vier Schritte ganz sicher hinterlassen haben, kannst du hiermit schließen. Dazu kehrst du zu deiner Grund-Idee, deinem Thema zurück, im Beispiel: „Eine Lehrerin ist alkoholkrank.“ Nun fragst du dich: „Warum?“ und schreibst alle Antworten, die dir dazu einfallen, auf (genau, am besten auf Post-its). Eine mögliche Antwort wäre „Weil ihr Mann sie verlassen hat“. Eine andere „Weil sie schon als Studentin viel getrunken hat“.

Für jede Antwort, die du findest, fragst du wieder „Warum?“ und notierst die Antworten. Das Ganze wiederholst du fünf Mal. Mit dieser Methode entwickelst du deine Idee sehr weit und du hast bereits eine gute Vorstellung über die Zusammenhänge in deinem Roman, wenn du damit fertig bist.

Schritt 3: Zeit einplanen

Wahrscheinlich hast du wie die meisten Menschen, die Autor werden möchten (und wie ich auch), einen anderen Job, mit dem du die Miete zahlst und dafür sorgst, dass du nicht verhungerst, während du vor dem Rechner sitzt und schreibst. Das ist nicht nur finanziell sinnvoll, sondern sorgt außerdem dafür, dass du den Kontakt zur Welt nicht verlierst, während du dich deinem Roman widmest.

Trotzdem führt jede berufliche oder familiäre Verpflichtung natürlich dazu, dass du weniger Zeit zum Schreiben hast. Damit du nicht aus reinem Zeitmangel dein Roman-Projekt aufgibst, bevor du richtig angefangen hast, solltest du deinen Tag planen, um dir genügend Freiräume zu schaffen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass durch gute Organisation und solides Zeitmanagement in jedem Tagesablauf noch etwas Zeit fürs Schreiben untergebracht werden kann.

Ein Zweitjob für Autor*innen ist nicht nur finanziell sinnvoll, sondern sorgt außerdem dafür, dass du den Kontakt zur Welt nicht verlierst, während du dich deinem Roman widmest.

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Wie viel Zeit solltest du für deinen Roman einplanen?

Bevor wir deinen Tag neu strukturieren, willst du vielleicht wissen, wie viel Zeit du für deinen Roman einplanen solltest. Das ist eine sehr schwierige Frage, denn es hängt natürlich stark davon ab, wie schnell du schreibst, wie lange du an dem Roman arbeiten willst und wie viele Seiten er haben soll. Ich versuche trotzdem mal eine Rechnung.

Nehmen wir an, dein Roman soll 300 Seiten lang werden. Eine Normseite hat ca. 270 Wörter. Das macht dann also in etwa 81.000 Wörter. Du solltest nur die Hälfte der Zeit, die du verwendest, als reine Schreibzeit einplanen. Den Rest wirst du für Vorbereitung, Recherche und Lektorat benötigen. Wenn du in einem Jahr mit deinem Roman fertig sein möchtest, plane also 6 Monate (=180 Tage) zum Schreiben ein. Das macht 450 Wörter am Tag. Die solltest du locker in einer Stunde schaffen. Das sind acht Wörter pro Minute, du hast also für jedes Wort 7,5 Sekunden Zeit.

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Diese Rechnung ist natürlich sehr abstrakt. Aber eine Stunde am Tag für dein Schreib-Projekt ist durchaus realistisch. Und genau diese Stunde werden wir nun in deinen Tag in 5 Schritten planen.

1: Bestandsaufnahme

Wenn du diesen Artikel liest, dann wahrscheinlich, weil du der Meinung bist, dass du etwas an deinem Tagesablauf ändern willst, bevor du mit dem Romanschreiben loslegen kannst. Selbst, wenn du nicht bewusst etwas ändern möchtest, ist es sinnvoll, dass du dir deinen Tag genau anschaust, damit nicht plötzlich andere Dinge auf der Strecke bleiben.

Wie jede Änderung beginnt auch diese mit einer Bestandsaufnahme. Hierzu führst du am besten eine ganze Woche lang Buch darüber, was genau du mit deinem Tag so anstellst. Wann stehst du auf? Wie lange brauchst du, um deinen Kaffee zu trinken? Wie lange brauchst du für den Weg zur Arbeit?

Eine Woche ist sinnvoll, weil sich die Wochentage wahrscheinlich bei dir wie auch bei den meisten anderen unterscheiden. Wenn du ein so großes Projekt wie einen Roman unterbringen möchtest, wirst du tatsächlich alle Tage der Woche betrachten müssen.

Nachdem du Buch geführt hast, kategorisierst du die verschiedenen Tätigkeiten der Woche und addierst ihre Zeiten, zum Beispiel wie in der folgenden Liste.

In Summe könnten auf einer Liste für eine Woche die folgenden Zahlen stehen:

  • Schafen: 60 Stunden
  • Arbeiten inkl. Weg zur Arbeit: 50 Stunden
  • Social Media: 20 Stunden

Diese Liste werden wir im zweiten Schritt ausmisten. Das Ganze wirkt sehr kleinteilig (und das ist es auch), aber keine Sorge: Du musst es wirklich nur eine Woche lang durchhalten, anschließend wird’s deutlich einfacher.

Am besten investierst du die Zeit, die du fürs Schreiben eingeplant hast, so früh wie möglich.

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2: Sortieren

Du hast nun eine lange Liste von Dingen, die du in einer üblichen Woche tust. Diese musst du nun sortieren. Am besten unterteilst du sie in A – höchste Priorität, kann nicht reduziert werden, B – wichtig, aber nicht unerlässlich, weniger ginge auch und C – nicht unbedingt erforderlich, kann reduziert werden. Nimm außerdem das Schreiben mit in deine Liste auf. Und dein Schreibprojekt hat auf jeden Fall Prio A verdient.

3: Das Glas füllen

Wahrscheinlich kennst du die Anekdote über einen Hochschulprofessor, der seinen Student*innen zeigt, dass man ein Glas zunächst mit großen Steinen füllen muss, um noch kleinere, Sand und am Ende – je nach Erzähler – auch noch ein Glas Kölsch reinzubekommen. Und genau das tun wir jetzt.

Deine großen Steine sind die A-Aktivitäten. Das ist deine Arbeit. Dein Roman. Zeit mit deiner Familie. Schlafen, Essen und Einkaufen. Diese sind gesetzt. Am besten trägst du dir in einem Wochenplan ein, wie viele Stunden du am Tag für sie brauchen wirst. Die B-Aktivitäten kannst du entsprechend um sie herum bauen. Und bei den C-Aktivitäten wählst du die aus, die dir am wichtigsten sind. Wahrscheinlich wirst du auf ein paar Dinge verzichten müssen. Du solltest allerdings deinen Tag nicht komplett verplanen, sondern auf jeden Fall Zeit für Pausen und Freizeit lassen. Ansonsten wirst du deinen Plan nicht einhalten (können).

Nun ist natürlich die wichtigste Frage: Wann? Wann sollst du die Zeit, die du fürs Schreiben eingeplant hast, investieren? Meine Antwort dazu ist: So früh wie möglich. Es kann sein, dass du abends aktiver bist und dass du morgens nicht gut aus dem Bett kommst. Ich bin der Meinung, dass man das trainieren und sich darauf einstellen kann. Und alles, was du schon erledigt hast, kann dir niemand mehr wegnehmen.

Jede Veränderung beginnt mit einer Bestandsaufnahme.

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4: Kommunizieren

Nachdem du deinen Tag so geplant hast, dass du einen Roman schreiben kannst, musst du deinem Umfeld deine Pläne mitteilen. Dein Mann muss sich ab jetzt morgens zwischen 6 und 7 Uhr um die Kinder kümmern? Das sollte er wissen. Deine Freund*innen können dich zu bestimmten Zeiten nicht mehr erreichen? Lass es sie wissen. Denn dann fällt es dir leichter, deinen Plan auch durchzuziehen.

Wenn du noch nicht mit der großen Nachricht „Ich schreiben einen Roman“ für Aufregung sorgen willst, kannst du auch einfach sagen, dass du diese Zeit für dich benötigst. Das stimmt ja auch. Wobei natürlich nichts Schlimmes dabei ist, einen Roman zu schreiben.

5: Loslegen – und auch mal scheitern

Nach der ganzen Planerei musst du deinen neuen Tagesrhythmus natürlich so schnell wie möglich in die Tat umsetzen. Und sei dir gewiss: Es wird an der ein oder anderen Stelle nicht funktionieren. Wenn du mit dieser Erwartung an die Sache herangehst, wird dich ein Durchhänger oder ein aus der Spur gekommener Tag nicht so leicht frustrieren. Wichtig ist nur, dass du wieder zu deinem Plan zurück findest oder – wenn er grundsätzlich nicht funktioniert – ihn sinnvoll überarbeitest, damit du Autor werden kannst.

Schritt 4: Recherchieren

Warum überhaupt recherchieren?

Recherchieren ist einfach. Immerhin gibt’s Google. Und ja, Google ist auch gleich der erste meiner fünf Tipps. Aber für einen Roman reicht es dann oft doch nicht. Denn seien wir ehrlich: Sobald man den Wikipedia-Artikel gelesen hat, hält man sich sowieso für einen Experten und hört auf mit dem Recherchieren. Aber das reicht natürlich noch lange nicht.

Du kannst dich jetzt natürlich auf den Standpunkt stellen, dass Recherche überbewertet ist. Das Wichtige am Schreiben ist schließlich die Geschichte. So lange die passt, sind die Leser happy. Und wenn du was nicht weißt, denkst du es dir aus. Immerhin bist du ja Schriftsteller*in. Oder willst zumindest Autor werden.

Für einen Roman reicht eine Google-Recherche meist eben doch nicht aus.

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Das kann ich mit einem ganz klaren „Ja, aber“ beantworten. Natürlich kannst du dir Sachen ausdenken. Wenn du über einen Arzt schreibst, der ein Medikament entwickelt, das schnell wieder vom Markt genommen wird, denk dir gerne einen Namen dafür aus. Oder auch die Nebenwirkungen. Du kannst dir sogar eine obskure Krankheit dazu überlegen, die es so gar nicht gibt. Aber wenn dein Roman in der Gegenwart verankert ist, denke dir am besten keine französischen Städte-Namen oder eine Ausbildung für den Arzt aus. Allgemeingültige Dinge, die deine Leser selbst betreffen können, müssen stimmen.

Wenn deine Leser*innen in wenigen Minuten herausfinden können, dass eine Information, die du gibst, falsch ist, hättest du das auch gekonnt. Und dann ist das Ganze nicht mehr kreativ, sondern nachlässig. Und ärgerlich. Die Fakten sollen deine Geschichte ja stützen, nicht von ihr ablenken.

Nachdem ich dich nun hoffentlich von der Notwendigkeit der Recherche überzeugt habe, kommen hier meine fünf besten Tipps.

1: Ja, Google – aber nicht nur

Gut, als erstes schaust du natürlich mal im Internet nach. Bei Google, Wikipedia und – meiner Meinung nach eine ebenso gute Wissensquelle – Amazon. Wikipedia ist so strukturiert aufgebaut, dass du dich wahrscheinlich zu deinem Thema stundenlang durch etliche Artikel klicken kannst und erst richtiges Interesse daran gewinnst. Bei Amazon musst du nicht mal alle Bücher zu deinem Thema bestellen, sondern du kannst netterweise in die Inhaltsverzeichnisse schauen und so weitere Ansätze für deine Recherche finden.

Wichtig bei einer Google-Recherche ist es, sich nicht in den vielen Ergebnissen zu verlieren. Dabei hilft es, wenn du möglichst spezifisch bist. Du möchtest alles über das italienische Schulsystem wissen? Wahrscheinlich nicht. Viel eher möchtest du wissen, ob es verschiedene Schulformen gibt, wie ein deutscher Schüler (deine Hauptfigur) sich dort integrieren könnte und welche Schwierigkeiten er hätte. Also suchst du nicht nach „Schule Italien“, sondern nach „Schulsystem Deutschland Italien Vergleich“.

Vergleiche sind ohnehin ein guter Ansatz zur Recherche. Denn wenn du ein Thema bereits sehr gut kennst, lässt sich aus einem Vergleich die für dich (und wahrscheinlich auch für deinen Leser*innen) relevante Information ableiten.

Wenn deine Leser*innen in wenigen Minuten herausfinden können, dass eine Information, die du gibst, falsch ist, hättest du das auch gekonnt.

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2: Das gute alte Papier

Nachdem du bei Tipp 1 ja schon bei Amazon bestellt hast (gib’s zu, du konntest es nicht lassen), geht’s jetzt ans Lesen. Dafür eignen sich deine gekauften Schätze, aber natürlich genauso gut eine Bibliothek. Der Vorteil an Büchern gegenüber einer Google-Recherche ist, dass das Wissen zu einem Thema oft tiefgehender ist als das, was du bei Google findest. Schließlich hat sich schon einmal jemand hingesetzt und es für dich (ok, auch für andere) strukturiert und aufbereitet. Du wirst bei einer Literaturrecherche also immer auch auf Dinge stoßen, an die du vorher gar nicht gedacht hast. Und im Zweifel kannst du anschließend mit Tipp 1 weitermachen.

3: Sprechen nicht vergessen

Das Beste, was du machen kannst, wenn du Experten-Wissen zu einem Thema haben willst, ist, einen Experten zu fragen. Am besten suchst du dir nicht den Experten aus. Wenn du wissen möchtest, wie das Leben als Politiker ist, fragst du nicht direkt bei der Kanzlerin nach, weil sie eventuell keine Zeit für dich hat. Du könntest stattdessen Lokalpolitiker in deiner Stadt fragen. Sie können dir aus ihrem Leben berichten, vielleicht weitere Kontakte herstellen oder dir erzählen, wie aus ihrer Sicht das Leben eines anderen Politikers so ist. Alles sehr relevante Informationen für dich! Und auch er wird dich auf Dinge bringen, an die du selbst nie gedacht hättest.

Wenn du Expert*innen-Wissen zu einem Thema brauchst, fragst du am besten bei Expert*innen nach.

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4: Juchhu, fernsehen!

Fernsehen ist für mich nach Facebook einer der Haupt-Zeit-Killer überhaupt. Daher sehe ich mittlerweile nur noch ganz gezielt Filme auf Netflix. Wenn du ein zeitgeschichtliches Thema hast, schlägt aber die Stunde des Fernsehens. Denn sehr wahrscheinlich gibt es Dokumentationen zu deinem Thema. Diese können dir sehr kompakt gutes Hintergrundwissen vermitteln. Außerdem sind Dokumentationen nicht annähernd so beliebt wie Hollywood-Blockbuster und daher oft sehr günstig zu beziehen. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt in ihrer Mediathek beispielsweise eine sehr ausgesuchte Sammlung an Dokumentationen kostenlos zur Verfügung.

5: Wissen, wenn’s reicht

Wie bei allem, was gut ist, ist zu viel davon am Ende dann doch nicht so gut. Denn du hast ja grundsätzlich Recht mit deinem Einwand. Am Ende kommt es auf die Geschichte an. Bevor du also für den Kurz-Ausflug deiner Hauptfigur nach Papua-Neuguinea die gesamte Landesgeschichte recherchierst, eine kleine Bibliothek zusammenstellst und eine Filmreihe darüber anschaust, solltest du innehalten und dir überlegen, wie sinnvoll das noch ist (nicht sehr). Wenn Zeiten und Schauplätze nur eine sehr geringe Rolle in deinem Roman spielen, solltest du auch das Recherchieren hierfür eindämmen. Stattdessen kannst du dich auf den kreativen Part stürzen und endlich deinen Roman schreiben.

Schritt 5: Figuren entwickeln

Zum Thema Figurenentwicklung findest du einige Infos und Artikel hier auf dem Blog. Die wichtigsten habe ich hier in Form von Fragen und Antworten für dich zusammengefasst.

Warum sind Figuren wichtig?

Wenn du einen Roman schreibst, möchtest du deine Leser*innen begeistern und mitreißen. Das kannst du nur schaffen, wenn du ihnen etwas gibst, mit dem sie sich identifizieren können. Und das sind deine Figuren. Ja, wir alle lesen auch, weil wir etwas über fremde Kulturen erfahren wollen und an fantastischen Welten interessiert sind. Aber im Grunde wollen wir vor allem wissen, wie es den Figuren in einer Geschichte ergeht.

Dieser Wunsch liegt sehr nah bei unserer Alltagserfahrung. Auch da interessieren wir uns für unsere Freund*innen und Familie, auch da wollen wir wissen, was ihnen so passiert. Und wir wollen mitfühlen. Denn dadurch erfahren unsere eigene Erfahrung und unser eigenes Erleben eine Erweiterung. Wir können nicht nur auf unser eigenes Leben zurückblicken, sondern auch auf Teile des Lebens der Menschen, die wir kennen. Und auf die Leben der Figuren, von denen wir gelesen haben.

Wenn du einen Roman schreibst, möchtest du deine Leser*innen begeistern und mitreißen. Das kannst du nur schaffen, wenn du ihnen etwas gibst, mit dem sie sich identifizieren können.

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Welche Figuren brauchst du?

Natürlich gibt es Ausnahmen und sogar Romane ganz ohne Figuren. Diese haben dann aber vor allem eine künstlerische Zielsetzung – sie wollen ihr Publikum nicht unterhalten. Gehen wir davon aus, dass du so einen Roman erst mal nicht schreiben möchtest. In diesem Fall brauchst du zumindest eine Hauptfigur. Irgendwer muss ja schließlich die ganzen Abenteuer erleben. Um es spannend zu machen, benötigst du außerdem einen Gegenspieler. Protagonist und Antagonist haben vielleicht noch Freund*innen, Assistenten oder andere Helfer. Und möglicherweise verliebt sich deine Hauptfigur noch in jemandem (Love Interest). Damit hättest du das mögliche Repertoire dann ziemlich gut abgedeckt. Alle anderen Figuren, die in Romanen auftauchen, dienen dem Vorankommen der Geschichte und sind eher „Füllmaterial“ (ich nenne sie Statisten) als richtige Figuren.

Mehr dazu, welche Figuren du brauchst, findest du in meinem Artikel zu diesem Thema.

Wie viele Figuren brauchst du?

Eine kurze Antwort: Nicht so viele. Beim Figuren entwickeln gilt: Weniger ist mehr. Du solltest dich auch bei einem 1.000-Seiten-Roman eher auf die fünf oder sechs wirklich zentralen Figuren konzentrieren und diese sehr gut ausarbeiten. Viel mehr werden sich deine Leser*innen ohnehin nicht merken wollen, und es ist auch nicht möglich, alle Figuren mit der gleichen Sorgfalt zu gestalten.

Wenn deine Hauptfigur ein Einzelgänger ist, musst du nicht zwanghaft einen besten Freund erfinden. Sie muss sich auch nicht verlieben. Wenn deine Figur keine weiteren Figuren braucht, ist das völlig in Ordnung. Du solltest auf jeden Fall davon Abstand nehmen, Figuren nur deswegen in deinen Roman einzuschleusen, weil du glaubst, dass es sonst zu wenige sind. Mit deinen Figuren ist es wie mit den Gästen auf einer Party. Wenn weniger da sind, kannst du dich mit den Einzelnen besser beschäftigen – so lange es die richtigen sind.

Du solltest auf jeden Fall davon Abstand nehmen, Figuren nur deswegen in deinen Roman einzuschleusen, weil du glaubst, dass es sonst zu wenige sind.

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Wie genau musst du deine Figuren kennen?

Du solltest deine Figuren besser kennen als irgendjemand anderen auf diesem Planeten. Dies gilt zumindest für die wichtigen Figuren, also deine Hauptfigur, den Antagonisten und vielleicht noch zwei bis drei Nebenfiguren. Du musst ihre Geschichte kennen, ihre Vorlieben, ihre Wünsche und Ziele. Am Ende wirst du mehr von ihnen wissen als von dir selbst – denn so gut, wie du deine Figuren kennen wirst, kann man einen Menschen eigentlich gar nicht kennenlernen.

Auch, wenn du nicht alle Informationen über deine Figuren in deinen Roman einbringen wirst, ist es sehr wichtig, dass du sie kennst. Denn nur auf dieser Grundlage kannst du ihnen ein realistisches Verhalten geben. Nur so wirst du irgendwann ganz intuitiv wissen: „Das würde er tun, aber das nicht.“ Deine Leser werden den Unterschied auf jeden Fall merken.

Wie unterscheiden sich Haupt- und Nebenfiguren?

Ein bisschen ist es wie bei den Oscars: Natürlich unterscheiden sich Haupt- und Nebenfiguren nach der Zeit, die ihnen im Roman gewidmet ist. Die Hauptfiguren sind erster Identifikationspunkt für deine Leser*innen. Sie treiben die Geschichte die meiste Zeit voran und oft ist die Handlung aus ihrer Sicht geschildert.

Das soll den Beitrag der Nebenfiguren aber nicht schmälern. Dass eine Figur Hauptfigur ist, hat eben auch etwas mit der Perspektive in der Geschichte zu tun. Nebenfiguren können dennoch sehr viel zur Handlung beitragen – und du solltest sie ähnlich gut kennen wie deine Hauptfiguren. Oft sind es gerade die Nebenfiguren, die in einer Schlüssel-Situation ihren ganz großen Auftritt haben.

Du solltest deine Figuren besser kennen als irgendjemand anderen auf diesem Planeten.

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Woran merkst du, ob deine Figuren gelungen sind?

Der Meister der Figurenentwicklung ist für mich Stephen King. Ich bin kein Horror-Fan, aber ich lese seine Romane wegen der wunderbaren Figuren. Er schafft es, dass ich in jedem seiner Romane eine Bindung zu den Hauptfiguren aufbaue und am Ende traurig bin, wenn ich nichts mehr von ihnen lesen kann. Wenn du Figuren entwickeln kannst, die solche Gefühle in deinen Leser*innen auslösen, hast du es geschafft.

Am besten stellst du deine Figuren deinen Freund*innen oder deiner Familie vor. Erzähle ein bisschen von der Figur, die du dir ausgedacht hast. Wenn du nach drei oder vier Sätzen nur noch Nicken und „Hm“ erlebst, solltest du vielleicht noch ein bisschen Zeit in die Ausgestaltung (oder in deinen Vortrag) stecken. Wenn dein Publikum aber neugierig nachfragt, mehr von dieser Figur wissen will, dann bist du absolut auf dem richtigen Weg.

Schritt 6: Deine Geschichte planen

Darüber, ob man eine Geschichte planen soll oder nicht, gehen die Meinungen auseinander. Das Plotten – wie man es auch nennt – gibt dir beim eigentlichen Schreiben Halt und Sicherheit, wird aber von manchen Autor*innen als einschränkend empfunden. Wenn du zu denjenigen gehörst, die lieber nicht im Voraus planen, kannst du diesen Teil getrost überspringen und direkt loslegen. Für alle anderen ist dieser Post gedacht.

Da ich zu den verschiedenen Möglichkeiten, eine Geschichte zu planen, bereits einige Artikel verfasst habe, werde ich auch hier wieder auf FAQ zurückgreifen, um deine Fragen möglichst gut zu beantworten.

In diesem Artikel findest du noch mehr Infos zum Thema Plotten von mir.

Plotten kann dir beim Schreiben Halt und Sicherheit geben – wenn du das willst.

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Muss ich meine Geschichte planen?

Nein, natürlich nicht. Es gibt viele Autor*innendie das nicht tun und die Freiheit genießen, die das mit sich bringt. Du wirst aber später viel Zeit sparen, wenn du im Vorfeld planst. Ich habe beide Varianten schon probiert und beides funktioniert.

Gibt es eine gute Methode, meine Geschichte zu planen?

Ja, die gibt es. Es gibt sogar mehrere. Je nachdem, wie viele Regeln du gerne einhalten möchtest, kannst du verschieden detaillierte Gerüste oder Methoden verwenden. Die einfachste Form, deinen Plot zu planen, ist eine Einteilung in drei, fünf oder sieben Akte. Dabei legst du grob Anfang und Schluss deines Romans fest und bestimmst außerdem die wichtigsten Wendepunkte und Konflikte.

Wenn du es gerne detaillierter magst, ist das Stufendiagramm die Methode deiner Wahl. In ihm kannst du Schritt für Schritt bzw. Szene für Szene festhalten, was wann in deinem Roman passiert. Hier bestimmst du also nicht nur grobe Eckpunkte, sondern sehr konkret die Handlung im Vorfeld.

Wenn du aus deiner Planung heraus gleich den gesamten Roman entwickeln möchtest, ist die Schneeflockenmethode wahrscheinlich das Richtige für dich. Mit ihr wird aus groben Eckpunkten irgendwann deine fertige Geschichte.

Es gibt auch Methoden, die neben dem „Wie?“ auch das „Was?“ beantworten, die dir also inhaltliche Tipps geben. Hierzu zählt vor allem die Heldenreise, nach der sehr viele Hollywood-Filme und auch viele Romane geschrieben sind. Aber auch die 20 Masterplots von Ronald Tobias können dir helfen, deinem Roman nicht nur strukturell, sondern auch inhaltlich eine Richtung zu geben.

Natürlich sind auch Kombinationen der verschiedenen Methode möglich. Wenn ich meine Geschichte plane, nutze ich am ehesten das Stufendiagramm und stimme die Geschichte vielleicht noch einmal mit der Heldenreise ab.

Du wirst später viel Zeit sparen, wenn du deine Geschichte im Vorfeld planst.

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Wie detailliert soll ich meine Geschichte planen?

Wie du in der vorigen Frage siehst, gibt es da sehr unterschiedliche Ansätze. Die Antwort ist also, dass das ganz bei dir liegt und auf deinen persönlichen Arbeitsstil ankommt. Von ganz grob bis ganz kleinteilig ist alles möglich.

Wie oft im Leben ist ein mittlerer Weg gar nicht mal schlecht. Wenn du zu grob planst, kannst du es meiner Meinung nach auch lassen (und das ist auch wirklich eine Option). Wenn du deine Geschichte im Vorfeld zu detailliert ausarbeitest, hast du keine Freiräume für Anpassungen mehr, ohne dein gesamtes Gerüst zum Einstürzen zu bringen.

Ich selbst wähle meist (wenn ich plane) eine Planung auf Kapitel-Ebene. Das sind für ein Buch ca. 20-30, also nicht ganz kurze Kapitel. Das hat den Vorteil, dass ich weiß, wohin meine Geschichte geht und wie die einzelnen Punkte zusammenhängen. Innerhalb der einzelnen Kapitel ist aber genug „Luft“, um neue Ideen einzubringen.

Welche Tools kann ich nutzen, um meine Geschichte zu planen?

Du kannst jedes Tool nutzen, mit dem du Text festhalten kannst. Das können Papier und Stift sein (ich mag zum Beispiel sehr gerne Post-its) oder ausgefeilte Programme wie yWriter oder sogar Trello, das eigentlich dazu gedacht ist, Projekte zu planen. Aber schließlich ist dein Roman ja auch ein Projekt.

Sehr praktisch ist es auch, wenn du direkt in dem Tool planst, in dem du später auch schreiben wirst. Word zu nutzen, um die einzelnen Kapitel kurz zu beschreiben, hat den Vorteil, dass du später genau an der Stelle, wo deine Zusammenfassung steht, den eigentlichen Romantext verfassen kannst.

Du kannst jedes Tool zum Plotten nutzen, mit dem du Text festhalten kannst.

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Was mache ich mit dem fertigen Plan?

Ganz klar, du befüllst ihn! Jetzt fängt es erst so richtig an, Spaß zu machen, denn nun kannst du endlich, endlich deinen Roman schreiben. Ich schreibe übrigens immer in der Reihenfolge, in der der Leser den Roman am Ende auch zu Gesicht bekommt. Dann merke ich beim Schreiben, wenn Informationen fehlen oder wenn sich die Geschichte noch nicht da hin entwickelt hat, wo sie eigentlich sein sollte.

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Natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Herangehensweisen. Es gibt Autor*innen, die immer mit dem Schluss der Geschichte anfangen. Das hat natürlich auch einige Vorteile, weil du dann deinen ganzen Roman darauf ausrichten kannst. Am Ende bleibt die Reihenfolge, in der du arbeitest, aber dir überlassen. Mach einfach das, was für dich am besten funktioniert.

Darf der Plan sich später noch ändern?

Klar darf er das. Es ist ja dein Plan. Sein Zweck ist, dass er dir hilft. Nicht umgekehrt. Sehr wahrscheinlich wird er sich auch noch mal ändern. Kein Plan dieser Welt – weder für einen Roman noch für andere Projekte – kann alle Möglichkeiten vorhersehen, die noch passieren können. Wenn dir gute Einfälle kommen oder du das Gefühl hast, deine Geschichte müsste sich eigentlich in eine ganz andere Richtung bewegen, geh einfach zurück und ändere den Plan!

Und dann kommt das Schreiben ... Dazu findest du hier auf meinem Blog jede Menge wertvoller Tipps und Hinweise. Und danach ist noch lange nicht Schluss.

Schritt 7: Deinen Roman lektorieren

Also, dein Roman ist fertig. Er ist es aber auch wieder nicht. Denn wie bei allem, was man schreibt, schleichen sich Fehler und ungenaue oder unschöne Formulierungen ein. Und du möchtest ja nicht irgendeinen, sondern einen sehr guten Roman veröffentlichen. Also dürfen auch keine Fehler drin sind.

Wenn du einen Verlag für dein Buch findest, wird dieser ein professionelles Lektorat vornehmen lassen. Trotzdem solltest du natürlich keine Rohfassung an den Verlag senden. Ein gut lektorierter Roman erhöht deine Chancen deutlich.

Wie bei allem, was man schreibt, schleichen sich auch im Roman Fehler und ungenaue oder unschöne Formulierungen ein.

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Der beste Tipp fürs Lektorieren lautet: Mach es nicht selbst. Das Lektorieren ist eine andere Tätigkeit als das Schreiben. Wenn jemand intuitiv gut schreiben kann, heißt das noch lange nicht, dass er auch in einem Text erkennt, warum dieser an manchen Stellen nicht funktioniert und vor allem, wie man es besser machen kann. Und gerade für den eigenen Text ist man oft nahezu blind. Man sieht die Fehler, die man selbst gemacht hat, einfach schlechter. Es gibt etliche Lektor*innen, die sich darauf spezialisiert haben, freiberuflich Romane zu lesen und zu überarbeiten. Wenn du es dir leisten kannst, solltest du einen beauftragen.

Das vorweggeschickt ist mir natürlich klar, dass die meisten angehenden Autoren sich eben kein professionelles Lektorat leisten können. Denn ein gutes Lektorat für einen Roman kostet mindestens einen vierstelligen Betrag und ist abhängig von der Länge des Texts. Wenn du selbst deinen Roman lektorieren möchtest, kann deine Arbeit sehr davon profitieren, wenn du die folgenden Tipps befolgst.

1: Lektoriere so, als würdest du es für jemand anderen tun

Wie ich oben bereits geschrieben habe, findet man Fehler in eigenen Texten schwieriger. Also musst du so tun, als würdest du für jemand anderen lektorieren. Das bedeutet, dass du deinen Text am besten einige Zeit liegen lässt, bevor du mit dem Lektorat beginnst. Wenn du chronologisch geschrieben hast, reichen wahrscheinlich ein paar Tage Abstand, denn der Anfang liegt ja dann schon deutlich länger zurück.

Außerdem solltest du dir direkt angewöhnen, in Word oder einem anderen Text-Editor mit der Überarbeiten-Funktion zu lektorieren. Es ist sehr verlockend, Fehler direkt im Text zu korrigieren. So wirst du aber nicht mehr nachvollziehen können, was du alles überarbeitet hast. Außerdem vermischst du damit automatisch Lektorieren und Schreiben. Besser ist es, wenn du deine Korrekturen ebenfalls gesammelt nach dem Lektorat noch mal durchgehst und bewusst (als Autor*in, nicht als Lektor*in) entscheidest, welche davon du übernimmst. Das ist mehr Arbeit, das Ergebnis wird dadurch aber besser.

2: Benutze Tools

Es gibt mittlerweile einige Tools, die das Lektorieren leichter machen. Eine Rechtschreibprüfung besitzen mittlerweile alle gängigen Texteditoren. Diese solltest du auch zu Rate ziehen.

Außerdem gibt es Programme, die die Lesbarkeit deines Texts mit dem sogenannten Flesch-Index bewerten. Zu viele zu lange Sätze, Sätze, die mit demselben Wort anfangen, zu lange Wörter – all das führt zu einer schlechteren Lesbarkeit. Ein guter Flesch-Index für einen Roman liegt zwischen 60 und 70. Das ist gut lesbar, hat aber auch nicht den Anspruch eines Kinderbuchs für 3-Jährige. Unter diesem Link kannst du den Flesch-Index für deinen Text berechnen lassen.

Zu den Tools, die du zur Hand haben musst, gehört selbstverständlich auch ein Duden oder ein anderes Rechtschreiblexikon. Wenn du nicht sicher bist, ob du die Regeln richtig beherrschst, schlage immer lieber nach.

Am besten gewöhnst du dir direkt an, in Word oder einem anderen Text-Editor mit der Überarbeiten-Funktion zu lektorieren.

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Tipp 3: Arbeite mit einer Checkliste

Wenn du deinen Roman lektorieren möchtest, musst du wissen, worauf du achten willst. Dazu ist eine Checkliste hilfreich, die du dir am besten im Vorfeld erarbeitest. Auf dieser Checkliste können stehen:

  • Tippfehler
  • Rechtschreibfehler
  • Grammatikfehler
  • Satzzeichenfehler
  • Häufungen bestimmter Wortarten oder -typen: Füllwörter, Substantive, Adjektive, Adverbien
  • falsch verwendete Ausdrücke (zum Beispiel „Er sieht aus wie sieben Tage Nebelwetter.“)
  • missverständliche Formulierungen
  • zu lange Sätze

Am besten ergänzt du die Liste während deines Lektorats. Es sind ganz schön viele Punkte, auf die du achten musst.

4: Kenne dich selbst

Die meisten Menschen machen immer wieder dieselben Fehler. Du neigst dazu, Füllwörter zu benutzen? Du verwechselst ständig das und dass, obwohl du die Regel dazu genau kennst? Dann achte auf diese Punkte besonders beim Lektorieren. Wenn du die richtige Schreibweise kennst, aber doch ständig denselben Fehler machst, ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass du den Fehler beim Lektorieren überliest.

Die meisten Menschen machen immer wieder dieselben Fehler.

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5: Halte Abstand von der Story

Du hast einen Roman geschrieben und bist zu Recht verdammt stolz. Du kannst gar nicht fassen, was du da alles aufs Papier gebracht hast. Deine Geschichte begeistert dich immer wieder aufs Neue, und du könntest dich komplett darin verlieren. Das kann ich alles verstehen. Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Wenn du deinen Text lektorierst, tritt die Story in den Hintergrund. Du musst jeden fehlenden Punkt entdecken, jede grammatikalische Unsauberkeit. Da ist dann leider kein Platz mehr dafür, dich über deine kreativen Ideen zu freuen. Am besten denkst du gar nicht zu sehr über das nach, was du da liest, sondern bleibst nüchtern bei Grammatik, Satzzeichen und Rechtschreibung.

Wenn du wissen möchtest, wie deine Sätze sich anhören, musst du sie laut lesen. Das ist ungewohnt, aber extrem hilfreich. Durch das laute Lesen stellst du erst fest, wie dein Text wirkt, wie manche Sätze verwirrend lang sind und andere völlig untergehen. Außerdem ist das eine tolle Übung, falls du mal eine Lesung veranstalten möchtest. Denn spätestens dann musst du deinen Text vorlesen.

7: Plane genügend Zeit ein

Wenn man gerne schreibt, lektoriert man in aller Regel weniger gerne. Der Prozess ist ein ganz anderer und man möchte ihn schnell „abhaken“, um sich wieder den tollen kreativen Dingen zu widmen. Umso schwieriger ist mein letzter Tipp. Nimm dir ausreichend Zeit für das Lektorat. Versuche nicht, deinen Roman in einem Rutsch „ein bisschen zu korrigieren“. Gehe ihn Seite für Seite durch. Und bearbeite nie mehr als zwei oder drei Seiten ohne Pause. Nur dann kannst du dich wirklich darauf konzentrieren, auch noch den letzten Fehler zu finden.

Schritt 8: Einen Buchtitel finden

Natürlich ist das Wichtigste an deinem Buch der Inhalt. Ein guter Titel macht kein gutes Buch. Aber ein schlechter oder unpassend gewählter Titel kann ein sehr gutes Buch in den hintersten Ecken der Buchhandlungen verstauben lassen – wenn es denn überhaupt dahin kommt. Was du dagegen machen musst, ist klar: Du musst für deinen Roman einen richtig guten Buchtitel finden.

Wann solltest du anfangen, deinen Buchtitel zu suchen?

Manche Autor*innen haben ihren Buchtitel bereits im Kopf, bevor sie überhaupt ein Wort geschrieben haben. Ich gebe zu, dass auch mich schon einmal ein Titel, der mir eingefallen ist, überhaupt erst zu einer Geschichte inspiriert hat. Der Titel hieß Pfirsichblüten, und aus der Geschichte ist später etwas ganz anderes geworden – sodass der Name auch nicht mehr passte.

Es ist nicht schlecht, von Anfang an einen Titel im Kopf zu haben. Das macht dein Buchprojekt realer, du hast einen konkreten Namen, mit dem du über deinen Roman sprechen kannst. Aber nicht umsonst spricht man von einem Arbeitstitel. Denn der Buchtitel gehört ebenso wie Klappentext und Buchcover zu den Dingen, die du erst dann final festlegen solltest, wenn deine Geschichte steht. Schließlich sollen sie dein Buch repräsentieren, und dazu muss klar sein, was inhaltlich alles dazu zählt.

Wie kannst du nun den perfekten Buchtitel finden? Was ist überhaupt ein perfekter Buchtitel? Ein guter Titel ist einprägsam, macht neugierig, erklärt, welche Erwartungen an das Buch gestellt werden können, verrät dabei nichts über den Inhalt und ist einzigartig. Außerdem soll er sich natürlich noch gut anhören. Alles ganz einfach, oder?

Da es in Wirklichkeit gar nicht so einfach ist, in ein paar Worte so viel Informationen (und dann wieder so wenig) zu packen, habe ich dir meine 5 besten Tipps, wie du den perfekten Buchtitel finden kannst, zusammengestellt.

1. Halte dich an Genre-Konventionen

Dein neuester Science Fiction-Roman ist gerade erschienen. Er handelt von einer Zeitreise in die Vergangenheit, mit der dein Held einen neuen Zeitstrahl auslöst. Er versucht, auf den ursprünglichen Zeitstrahl zurückzukehren und muss dafür etliche Male an den selben Tag zurückreisen. Am Ende – das ist der überraschende Twist deines Romans – findet dein Held heraus, dass er gar nicht vom „originalen“ Zeitstrahl kam. Du hast deinen Roman Immer wieder gestern genannt.

Dein erster begeisterter Leser erzählt auf einer Party von seiner neuen Lese-Entdeckung und nennt den Titel. Na, was meinst du? Wird der eingefleischte Science Fiction-Fan begeistert nachhören, worum es in dem Roman geht? Oder sich vielleicht fragen, warum sein Kumpel neuerdings Liebesromane liest?

Jedes Roman-Genre hat seine eigenen Regeln im Hinblick auf Titel. Wenn du in einem Genre schreibst, kennst du hoffentlich ein paar andere Bücher des Genres. Schau dir ihre Titel an. Wie sind sie aufgebaut? Sind sie eher kürzer, länger, sachlich, blumig? Orientiere dich an Vorbildern des Genres und breche nicht allzu stark mit Konventionen. (Zumindest nicht, so lange noch niemand deinen Namen kennt.)

2. Mache neugierig auf dein Buch, aber verrate nicht zu viel

Nachdem deine Lieblingsbuchhandlung zu allem Überfluss dein Buch unter den Liebesromanen gelistet hat, willst du einen neuen Buchtitel finden. Deine Recherche hat ergeben, dass Science-Fiction-Romane häufig 2-bis-3-Wort-Titel haben und dass sie relativ klar und wenig metaphorisch sind. Du möchtest, dass „Zeit“ vorkommt, damit klar ist, dass es um Zeitreisen geht. Nach ein paar durchwachten Nächten kommt schließlich der Geistesblitz. Du nennst deinen Roman: „Der falsche Zeitstrahl“. Alles klar, da ist dein Held ja auch drauf.

Dein erster Leser stürzt sich nun voller Vorfreude auf deinen Roman. Er liest so 20, 30 Seiten und denkt zum ersten Mal: „Der falsche Zeitstrahl? Kann es sein, dass die Hauptfigur von Anfang an auf dem falschen Zeitstrahl war?“ Schlau, wie du bist, hast du deinen ganzen Roman hindurch kleine Vorausdeutungen gemacht, ein bisschen gesät, um am Ende den großen Clou zu ernten. Aber nach zwei Dritteln des Romans wird dein Leser schon fast sauer und droht, nie wieder einen Roman von dir zu lesen, wenn du im Titel tatsächlich schon das Ende verraten hast. Und du kannst dir sicher sein, dass er seine Drohung wahr macht.

Ein guter Buchtitel macht neugierig, verrät aber nicht zu viel.

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Es ist wichtig, einen Buchtitel zu finden, bei dem das, was du verrätst, ausreicht, um mögliche Leser*innen neugierig zu machen, aber nichts verrät, was im Buch später eine Überraschung sein soll. Wenn man 300 Seiten lang einem Roman die Treue hält, nur, um am Ende festzustellen, dass der Titel schon alles verraten hat, ist man bestenfalls enttäuscht.

3. Schau in dein Buch

Nach ein paar wütenden E-Mails deiner Leser*innen überlegst du dir, in der nächsten Auflage noch mal an den Titel zu gehen. Du hast ja jetzt gelernt, dass du nicht zu viel verraten solltest. Du hast nur leider keine Ahnung, wo du die Inspiration für schon wieder einen neuen Buchtitel finden sollst. Das wird ja langsam mehr Arbeit als der gesamte Roman.

Die Inspiration kannst du sehr leicht finden: Schau einfach in dein Buch. Sieh dir an, welche Begriffe du verwendest, wie deine Figuren heißen, welche Schauplätze du beschreibst, was eine gravierende Rolle spielt. Und dann: Schreibe nicht nur einen möglichen Titel auf, sondern mindestens fünf. Du wirst sie auf jeden Fall noch brauchen.

Deine Favoriten nach Durchsicht deines Buchs sind:

  1. Immer wieder gestern (der war doch eigentlich ganz schön, findest du),
  2. Der falsche Zeitstrahl (vielleicht regen deine Leser*innen sich ja unnötig auf),
  3. Die verlorene Zeit (passt ja auch irgendwie),
  4. Zeit aus den Fugen (darauf bist du besonders stolz) und
  5. Zeit zurück.

Du würdest sofort durchstarten und Alternative 4 wählen, willst aber dieses Mal alles richtig machen. Du erinnerst dich an einen Blog-Post, den du mal gelesen hast, und startest eine Rundmail an deine Freund*innen, um sie zu fragen, wie sie deine Buchtitel finden.

4. Teste deinen Buchtitel

Wenn du wissen willst, wie dein Buchtitel bei deinen Leser*innen ankommt, mach das, was man eh viel häufiger machen sollte: Frag sie. Oder mögliche Leser*innen. Also deine Freund*innen und Bekannten. Am besten fragst du Leute, die nicht so genau wissen, woran du schreibst. Ansonsten funktioniert dein Test vielleicht nicht so gut.

Wenn du wissen willst, wie dein Buchtitel bei deinen Leser*innen ankommt, frag sie.

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Du kannst dabei so vorgehen: Schicke fünf bis zehn Leuten eine E-Mail, die deine möglichen Buchtitel enthält, und bitte die Empfänger der Mail, dir kurz in ein paar Stichpunkten aufzuschreiben, was sie mit diesen Titeln verbinden. Wenn du sehr viele Freund*innen anschreiben kannst, musst du auch nicht jedem alle Titel schicken. Das macht es dann einfacher für sie, dir zu antworten.

Die Antworten hieraus zeigen dir schon mal, ob dein Titel Genre-Erwartungen erfüllt und ob er vielleicht zu viel verrät. Du kannst diesen Test aber sogar noch weiter nutzen, indem du etwa eine Woche, nachdem du eine Antwort erhalten hast, noch einmal an deine Freund*innen schreibst. Dieses Mal bittest du sie, ohne noch einmal in deine alte Mail zu schauen, möglichst viele der Titel aufzuzählen. Damit findest du heraus, ob deine Titel einprägsam sind.

5. Prüfe, ob es deinen Buchtitel bereits gibt

Dein Buchtitel-Test hat ergeben, dass Immer wieder gestern als Titel einer Liebeskomödie wahrgenommen wird. Du findest es schade, aber jetzt ist er endgültig raus. Der falsche Zeitstrahl verrät zu viel. Die verlorene Zeit konnte sich niemand merken, es kam mehrfach Die verpasste Zeit und einmal Das verlorene Wochenende. Also bleiben dir noch zwei Möglichkeiten. Du freust dich, weil dein Favorit dabei ist, öffnest dein Bildbearbeitungsprogramm und beginnst zu tippen: „Zeit aus den Fu…“.

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Nein, stopp. Nach all der Vorarbeit tippe deinen Favoriten gerade noch einmal in Google ein. Und schau, ob es ihn oder ähnliche Titel schon einmal gibt. (Zeit aus den Fugen ist ein Roman von Philip K. Dick. Kein Zeitreise-Roman, aber Dick hatte es auch nicht so mit Buchtiteln.) Nach deiner Recherche entscheidest du dich für Zeit zurück. Oder für einen weiteren Durchgang, weil der Titel dir noch nicht ganz gefällt.

Schritt 9: Verlagsansprache

Wenn du deinen Roman nicht im Selbstverlag veröffentlichen möchtest (was natürlich eine valide Option ist), führt leider kein Weg an einer Verlagsansprache vorbei. Um dir diesen großen Schritt zu erleichtern, habe ich dir ein paar praktische Tipps zusammengestellt.

1: Respektiere die Zeit der Verlage

Wahrscheinlich weißt du es schon. Du bist nicht der einzige Mensch, der gerne einen Roman veröffentlichen und Autor werden möchte. Verlage werden mit eingereichten Manuskripten überschüttet. Und wie überall ist auch bei ihnen die Zeit knapp. Also solltest du alles in deiner Macht stehende tun, ihnen nicht noch zusätzlich Zeit wegzunehmen.

Verlage werden mit eingereichten Manuskripten überschüttet. Und wie überall ist auch bei ihnen die Zeit knapp.

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Das bedeutet, dass du nicht einfach ungefragt ein Manuskript einschickst. Wenn du etwas schicken möchtest, dann nur ein Anschreiben und ein Exposé. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand beim Verlag mit deinem Anliegen auseinandersetzen wird. Es sei denn, der Verlag verlangt etwas anderes - das findest du meist auf deren Website heraus.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du ein Exposé schreibst, kannst du in meinem Artikel mehr Informationen finden.

Was du auf jeden Fall vermeiden solltest, sind Massenanschreiben. Ein bisschen mehr Mühe musst du dir schon machen. Die Top-Treffer einer Google-Recherche nach dem Keyword „Verlag Roman“ reicht nicht aus. Du solltest jeden Verlag individuell auswählen und anschreiben – dazu im nächsten Tipp mehr.

2: Bereite dich gut vor

Wenn du einen Verlag aktiv ansprechen möchtest, solltest du gut vorbereitet sein, damit du überhaupt eine Antwort bekommst. Das bedeutet zum einen, dass du nicht irgendwelche Verlage anschreibst. Du hast dich bereits damit auseinandergesetzt, zu welchem Genre dein Roman gehört. Wahrscheinlich kennst du auch in etwa deine Zielgruppe. Nun musst du recherchieren, welcher Verlag eine ähnliche Zielgruppe anspricht, also welcher Verlag Bücher wie deins überhaupt im Programm hat.

Bestimmt ist der erste Schritt dieser Recherche der Griff in dein eigenes Bücherregal. Die meisten Autor*innen schreiben gerne das, was sie selbst auch lesen würden. Also wirst du sicher etliche Bücher haben, die deinem ähneln. In welchen Verlagen sind sie erschienen? Notiere dir die entsprechenden Namen. Dann gehe in die Buchhandlung und schaue dort in den entsprechenden Regalen, welche Verlage hervorstechen. Auch diese Verlage notierst du dir.

Als letztes kannst du dann im Internet recherchieren, ob es noch kleinere Verlage gibt, die du so bisher nicht entdeckt hast. Der Vorteil an kleineren Verlagen ist, dass sie meistens nicht so mit Manuskripten überschüttet werden wie die großen. Allerdings arbeiten dort auch weniger Menschen, sodass du trotzdem genauso gut vorbereitet sein musst.

Wenn du einen Verlag aktiv ansprechen möchtest, solltest du gut vorbereitet sein, damit du überhaupt eine Antwort bekommst.

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Vor der endgültigen Verlagsansprache musst du auch noch herausfinden, wen du überhaupt ansprechen sollst und wie du ihn von deinem Roman überzeugen kannst. Dafür benötigst du deine Liste. Für jeden der Verlage, die für dich in Frage kommen, recherchierst du, warum dein Roman gut in sein Sortiment passt. Außerdem suchst du auf der Website einen Ansprechpartner heraus. Ähnliche Bücher aus dem Verlagsprogramm notierst du ebenfalls. Das kannst du später gut nutzen, um zu zeigen, dass du dich mit dem Verlag auseinandergesetzt hast.

Zur Vorbereitung zählt natürlich auch, dass du deine Sachen parat hast. Schreib dir – zusätzlich zum Exposé – ein paar wenige Stichpunkte darüber auf, was dein Roman ist, wen er anspricht und warum es gut ist, ihn im Programm zu haben. Erst dann solltest du dich an die eigentliche Verlagsansprache machen.

3: Melde dich an

Schriftsteller*innen liegt das Schreiben. Also ist das einfachste wohl, den Verlag mit den gut vorbereiteten Unterlagen anzuschreiben. Richtig? Nein, falsch. Auch bei der Verlagsansprache ist ein persönlicher Kontakt der bessere. Also wirst du wohl oder übel zum Telefonhörer greifen, nach dem richtigen Ansprechpartner fragen und dein Exposé ankündigen müssen. Noch besser ist sogar, du vereinbarst direkt ein persönliches Gespräch mit dem Verleger. Dafür bieten sich die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig an. Die Verlage sind vor Ort, um ihr Programm vorzustellen, aber auch, um mit möglichen neuen Autor*innen zu sprechen. Wenn du rechtzeitig vor der Buchmesse beim Verlag anrufst und um einen Termin bittest, zeigst du deine Professionalität und Erfahrung – und fällst schon dadurch positiv auf.

Beim persönlichen Termin gilt dann natürlich Tipp 3. Du musst gut vorbereitet sein und den Verlag gut kennen, um deinen Pitch vorzutragen und den dir eingeräumten Zeitraum bestmöglich zu nutzen.

Schreib dir – zusätzlich zum Exposé – ein paar wenige Stichpunkte darüber auf, was dein Roman ist, wen er anspricht und warum es gut ist, ihn im Programm zu haben.

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4: Mache es Interessenten einfach

Egal, ob es beim Telefongespräch bleibt oder du persönlich beim Verlag vorstellig wirst – irgendwann ist der Moment gekommen, in dem du deine Unterlagen zur Verfügung stellst. Und diese Unterlagen sollten so sein, dass man innerhalb von 30 Sekunden versteht, worum es geht. Wirklich. Viel mehr Zeit hast du nicht, um zu überzeugen.

Also baue dein Anschreiben und dein Exposé so auf, dass sie leicht lesbar und gut strukturiert sind. Ein Deckblatt mit den wichtigsten Informationen (Zielgruppe, Genre, Länge) hilft ebenfalls bei der Orientierung. Am besten sind deine Unterlagen, wenn jeder sie intuitiv verstehen kann. Frag am besten ein paar Leute aus deinem Bekanntenkreis und reiche ihnen die Unterlagen kommentarlos. Wenn sie damit zurechtkommen, bist du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.

5: Übung macht den Meister

Da die Verlagsansprache ein sehr seltenes Ereignis ist, solltest du sie proben. Am besten zu Hause mit jemandem, dem du vertraust. Aber auch im „echten Leben“ kannst du üben. Wenn du drei oder vier Verlage hast, die für dich in Frage kommen, rufe zuerst den an, der in deinem Favoriten-Ranking auf dem letzten Platz kommt. Das heißt nicht, dass du Verlage kontaktieren sollst, bei denen du gar nicht verlegt werden willst! Du sollst dir auf keinen Fall für die Zukunft Kontakte verbrennen. Aber wenn du nicht direkt bei deinem Lieblingsverlag anrufst, wirst du weniger nervös sein und eine Absage wird dich auch nicht so hart treffen. Und beim zweiten Mal bist du dann schon geübter, souveräner und machst deine Sache deutlich besser.

Schritt 10: Buchcover gestalten

Wenn du nicht den Luxus hast, dass die Verlage bei dir vor der Tür Schlange stehen, um dein Buch zu veröffentlichen, oder wenn du einfach gerne selbst die Initiative ergreifst, kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du dein Buchcover gestalten möchtest oder musst. Denn Autor werden kannst du nur, wenn du dein Buch auch veröffentlichst.

Ich kenne viele Autor*innen, die wunderbar schreiben können. Mit grafischer Gestaltung haben sie jedoch nichts am Hut. Entsprechend schieben sie diese Aufgabe unnötig lange vor sich her. Keine Sorge, du musst jetzt nicht in Panik geraten. Wenn du dein Buchcover gestalten willst, ist das nur eine andere Form kreativer Tätigkeit mit anderen Tools und Regeln. Es macht Spaß und ist einfach. Damit du nicht ganz alleine da stehst, habe ich dir fünf Tipps zusammengestellt, worauf du bei der Cover-Gestaltung achten musst.

Es gibt ein paar Regeln, die du bei der Gestaltung deines Buchcovers einhalten solltest. Auch, wenn man sagt „Don’t judge a book by its cover.“, tun wir es doch alle. Vor allem und gerade bei Büchern. Und genau das kannst du dir zunutze machen. Mit einem Blick auf deinen Titel muss deinem künftigen Leser klar sein, was er bei dir erwarten kann. Das hat den Vorteil, dass du genau die richtigen Leser anziehst. Und diejenigen, für die dein Buch nicht das richtige ist, auch entsprechend vorwarnst.

Wenn du dein Buchcover gestalten willst, ist das nur eine andere Form kreativer Tätigkeit mit anderen Tools und Regeln.

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Mit wenigen Schritten kannst du also erreichen, dass dein Cover nicht nur hübsch aussieht, sondern deinem Buch und deinen Lesern dabei hilft, zueinander zu finden. Und wie beim Schreiben fängt alles mit Recherche an.

1. Recherche

Auch, wenn dein Buch natürlich einzigartig ist und so ein Buch noch nie geschrieben wurde, gibt es wahrscheinlich schon ähnliche. Vielleicht gibt es sogar sehr erfolgreiche Bücher in deinem Roman-Genre. Schau dir ihre Cover an und überlege, was sie gemeinsam haben. Die einfachste Möglichkeit ist, auf Amazon zu gehen und dort dein Genre einzugeben.

Willst du zum Beispiel ein Titelbild für einen Fantasy-Roman schreiben, gibst du einfach Fantasy-Romane ein. Du wirst sehen, dass die meisten Cover etwas gemein haben. Buchcover für Fantasy-Romane zeichnen sich aus durch

  • kräftige Farben,
  • verspielte Schriftarten,
  • große Buchtitel,
  • ein zentrales Bild, das entweder den Helden, die Heldin oder einen Gegenstand oder eine Landschaft aus der Fantasy-Welt zeigt.

Die gleiche Mini-Recherche für Krimis ergibt

  • dunkle Farben mit starken Kontrasten,
  • klare (serifenlose) Schriftarten,
  • verschwommene Bilder bzw. Bildausschnitte (zum Beispiel nur eine Hand)

Wahrscheinlich erkennst du in jeder Buchhandlung unabhängig von Titel und Klappentext bei einem großen Teil der Bücher, ob sie zu deinem Genre gehören oder nicht – und das allein anhand des Covers. Das Ergebnis deiner Recherche sollten die Elemente sein, die dafür ausschlaggebend sind, dass du das kannst. Und diese Elemente verwendest du dann auch in deinem eigenen Buchcover. Einen Fantasy-Roman, der ein Suhrkamp-Philosophie-Buchcover hat, kaufen – wenn überhaupt – die falschen Leser*innen, die dann enttäuscht sind von deinem Buch.

Auch, wenn dein Buch natürlich einzigartig ist und so ein Buch noch nie geschrieben wurde, gibt es wahrscheinlich schon ähnliche.

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2. Farbauswahl

Die Grundlagen für die Farbauswahl hast du schon in der Recherche getroffen. Du wirst dein Krimi-Cover sicher (hoffentlich) nicht blass-lila einfärben. Farben treffen aber zusätzlich noch Aussagen, und mit diesen solltest du dich auseinandersetzen, um die richtigen Farben zu wählen. Gute Ansatzpunkte, die mal mehr, mal weniger esoterisch sind, findest du, wenn du nach „Farbpsychologie“ googelst.

Die Farbe rot hat beispielsweise Signalwirkung. Du solltest sie bei einem Liebesroman allenfalls sehr sparsam einsetzen, genau so bei einer Komödie. Bei einem Krimi ist rot ein toller Kontrast zu schwarz oder einem dunklen grau.

Es gibt Farben, die man sehr selten bei Buchtiteln sieht. Beispielsweise braun. Es gibt wenige Menschen, deren Lieblingsfarbe braun ist, gerade in Deutschland wird braun auch politisch assoziiert, und dein Buch sollte nicht als einziges eine Farbe haben, die aus gutem Grund niemand anderes wählt.

3. Schriftart

Die erste Entscheidung, die du im Hinblick auf die Schriftart treffen musst, lautet „Serifen – ja oder nein?“ Serifen sind die kleinen Striche oben und unten an den Buchstaben. Sie dienen dazu, dem Auge eine Linie als Hilfestellung zu zeigen.

Vor einigen Jahren noch gab es die klare Empfehlung, am Bildschirm serifenlose Schriftarten zu verwenden und bei gedrucktem Material Serifen-Schriftarten, weil es so einfacher zu lesen ist. Wenn du dir aktuelle Veröffentlichungen anschaust, wirst du feststellen, dass das offensichtlich nicht mehr gilt. Serifenlose Schriftarten sind mittlerweile viel weiter verbreitet.

Ich empfehle, beim Buchcover-Gestalten genauso vorzugehen. Die meisten Titel, die man heute sieht, verwenden serifenlose Schriftarten. Sie wirken klarer und schnörkelloser. Achte bei der Auswahl darauf, dass die Buchstaben klar und deutlich zu lesen sind, auch von einiger Entfernung.

Es gibt Farben, die man sehr selten bei Buchtiteln sieht. Beispielsweise braun.

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Bei speziellen Genres wie Fantasy oder Science Fiction kannst du dich mit den Schriftarten auch ein wenig austoben, da der Leser erwartet, dass die Schriftart zum Inhalt passt. Eine umfangreiche Auswahl an Schriftarten passend zu Buch-Genres findest du bei creativindie.com. Beachte aber auf jeden Fall, dass Schriftarten urheberrechtlich geschützt sind. Wenn du dich für eine entschieden hast, recherchiere, unter welcher Lizenz du sie verwenden darfst. Wenn du mit der Schriftart dein Buchcover gestalten willst, solltest du in jedem Fall eine kommerzielle Lizenz erwerben. (Ja, es gehören leider auch einige rechtliche Aspekte dazu, wenn du Autor werden willst.) Das Gute ist: Viele Schriftarten sind relativ günstig.

4. Bilder

Wahrscheinlich möchtest du dein Cover mit einem Bild noch ansprechender machen. Wenn du nicht gut zeichnen oder malen kannst, dann solltest du es an dieser Stelle auch definitiv lassen. Denn dein Titel soll ja professionell aussehen. Es gibt ein paar Möglichkeiten, wie du trotzdem an Bilder kommen kannst.

Es gibt mehrere Websites, wo du Freelancer beauftragen kannst, eine Grafik für dich zu entwerfen (unterschiedlich teuer und mit unterschiedlicher Qualität, zum Beispiel 99designs.de oder fiverr.com). Wenn du dich für einen solchen Dienst entscheidest, ist es wichtig, dass du ein sehr genaues Briefing verfasst, in dem du detailliert beschreibst, was du haben möchtest. Denn sonst bekommst du irgendetwas anderes und gibst unnötig Geld aus.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Fotos. Es gibt zahllose Quellen von Stockphotos im Internet. Das sind qualitativ hochwertige Bilder, für deren Nutzung man unterschiedlich viel zahlt. Beispiele sind: Getty Images, Fotolia oder iStock Photos. Bevor du jetzt allerdings munter Bilder runterlädst und Lizenzen kaufst, schau dir zunächst genau an, ob du diese Lizenz für ein Buchcover nutzen darfst. Wenn du dir unsicher bist, schreibe den Support der jeweiligen Seite an und lasse dir schriftlich bestätigen, dass das, was du damit vorhast, durch die Lizenz abgedeckt ist.

5. Tools

Wenn du ein Grafik-Profi bist, wirst du Photoshop verwenden. Photoshop ist sehr mächtig und bietet dir alle Möglichkeiten, die du dir wünscht. Wenn du dich nicht damit auskennst, wirst du allerdings sehr viel Zeit damit verbringen, das Programm kennenzulernen. Mittlerweile ist es gar nicht mal mehr so teuer wie früher, da Adobe auf ein Abo-Modell umgestellt hat. Wenn du allerdings nicht regelmäßig Graphiken mit Photoshop erzeugst, sondern damit nur dein Buchcover gestalten willst, empfehle ich es für Einsteiger nicht.

canva.com ist eine einfache und kostenlose Alternative zur Bildbearbeitung. Wenn du zum ersten Mal ein Buchcover gestalten willst und nicht erfahren bist in der Bildbearbeitung, empfehle ich es dir uneingeschränkt. Ich gestalte einen großen Teil meiner Grafiken mit Canva, Photoshop nutze ich nur, wenn ich etwas „Kniffligeres“ mache.

Canva verfügt über viele Vorlagen, unter anderem auch für E-Book-Cover. Hier kann man sich fertig gestaltete Cover anschauen und gestalten. Ich habe diesen Punkt dennoch bewusst ans Ende dieser Liste gesetzt, da es sehr wichtig ist, dass du die Entscheidungen zu Punkt 1 bis 4 triffst, bevor du in Canva ein fertiges Cover nimmst und etwas umgestaltest. Die Versuchung ist dann nämlich groß, einfach etwas „Hübsches“ zu nehmen, das aber leider nicht zu deinem Buch passt.

Schritt 11: Deinen Roman selbst veröffentlichen

Dein Roman ist fertig, du hast ihn mehrfach überarbeitet und lektoriert. Was fehlt, ist ein Verlag. Trotz intensiver Recherche und gut vorbereiteter Verlagsansprache hast du bisher nur Absagen bekommen. Das ist frustrierend, aber nicht wirklich ungewöhnlich. Jedes Jahr werden rund 70.000 neue Bücher allein in Deutschland veröffentlicht. Die Manuskripte, die an die Verlage gesendet werden, übersteigen diese Summe um ein Vielfaches. Es werden mehr Bücher abgelehnt als gedruckt. Viele heute sehr bekannte Schriftsteller*innen konnten anfangs keinen Verlag finden. Insofern bist du in guter Gesellschaft. Und es ist auch gar nicht schlimm. Denn du kannst heute so einfach wie nie zuvor deinen Roman selbst veröffentlichen und auch ohne Verlag Autor werden.

Dies muss auch gar nicht aus der Not heraus geboren sein. Es gibt auch andere Gründe, die dafür sprechen können, dass du deinen Roman selbst veröffentlichen willst. Vielleicht möchtest du gerne die vollständige Kontrolle über deinen Roman und seine Veröffentlichung behalten. Oder du möchtest finanziell einen größeren Anteil am Verkaufspreis für dich selbst beanspruchen. Vielleicht hast du auch einfach Lust auf diese Art von Projekt. Egal, warum du deinen Roman selbst veröffentlichen möchtest, im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, wie du dabei vorgehen kannst. Du hast die Wahl zwischen einfach, schnell und schlicht bis hin zu hochprofessionell und extrem aufwendig. Je nachdem, wie erfahren du bist und wie viel Zeit und Aufwand du in das Projekt „Roman selbst veröffentlichen“ stecken willst, passt die eine oder andere Methode besser zu dir.

Vielleicht möchtest du gerne die vollständige Kontrolle über deinen Roman und seine Veröffentlichung behalten und deswegen deinen Roman selbst veröffentlichen.

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Ganz einfach: Ein E-Book

Das E-Book ist mittlerweile so verbreitet, dass etliche Gründe dafür sprechen, deinen Roman in dieser Form zu veröffentlichen – vielleicht auch nur in einem ersten Schritt. Der wichtigste Grund, der dafür spricht, ist, dass es wahnsinnig einfach ist. Alles, was du benötigst, um ein E-Book zu erstellen, hast du wahrscheinlich ohnehin im Einsatz: einen Texteditor und einen Internetanschluss. Es gibt etliche Anbieter, die dir dabei helfen, aus einer Word-Datei eine mit dem E-Book-Reader lesbare Datei zu erstellen. Viele der Anbieter übernehmen den Verkauf gleich mit. Der bekannteste ist wohl Amazon. Mit dem Kindle Desktop Publishing-Programm (KDP) kannst du sehr einfach E-Books über Amazon erstellen und verkaufen. Allerdings sind diese dann auch nur für Amazon-Kunden lesbar.

Um ein E-Book zu veröffentlichen, benötigst du aber nicht mal Unterstützung durch einen Anbieter. Du kannst einfach eine PDF-Datei erstellen und sie auf deiner eigenen Website verkaufen. Wenn du WordPress nutzt, gibt es Plug-ins, die dir den Vertrieb solcher Produkte ganz leicht ermöglichen. Die PDF-Datei ist dann an nahezu jedem Rechner und auch auf einigen E-Book-Readern lesbar.

So einfach die Erstellung eines E-Books ist, so wenig wertig wirkt sie auch. Da jeder ein E-Book veröffentlichen kann, gibt es mehr und mehr Autor*innen, die vor allem Amazon mit ihren E-Books fluten. Das hat zur Folge, dass dein Buch zwischen den vielen anderen untergehen kann. Und du hast so natürlich kein schönes ausgedrucktes Exemplar deines Romans, das du verschenken oder auch nur in dein eigenes Bücherregal stellen kannst.

Wenn du wissen möchtest, wie du ein E-Book über Amazon veröffentlichen kannst, findest du ausführliche Infos in diesem Artikel.

Um ein E-Book zu veröffentlichen, benötigst du nicht mal Unterstützung durch einen Anbieter. Du kannst einfach eine PDF-Datei erstellen und sie auf deiner eigenen Webseite verkaufen.

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Gedruckt: Print-on-demand-Dienst

Wenn du unbedingt ein gedrucktes Exemplar deines Buchs haben möchtest, den Aufwand und die Kosten aber überschaubar halten möchtest, ist ein Print-on-demand-Dienst vielleicht das Richtige für dich. Diese Dienste (der bekannteste ist BoD) übernehmen für dich den Druck, aber auch die Bestellung einer ISBN, die Anmeldung im VLB, dem Verzeichnis lieferbarer Bücher, sowie in diversen Barsortimenten. Das bedeutet, dein Buch ist damit schon einen Schritt weiter auf dem Weg in den Buchhandel. Die Erstellung eines E-Books kannst du normalerweise kostenlos dazu buchen. Auch Amazon KDP bietet einen Print-on-Demand-Service an.

„Kostenlos dazu buchen“ bedeutet natürlich, dass dieser Service grundsätzlich Geld kostet. Aber keine Sorge, die Kosten sind überschaubar. Bei BoD kannst du aktuell ab 39 Euro dein Buch drucken lassen. Damit hast du allerdings nur die Dienstleistung gekauft, alles so einzurichten, dass dein Buch gedruckt werden kann. Ein Buch selbst hast du noch nicht. Denn das ist der Grund, warum die Kosten bei Print-on-demand-Diensten so niedrig sind: Gedruckt wird nur, wenn ein Buch bestellt wird. Das ist dann vor allem für die Online-Vermarktung interessant. Wenn du dein Buch physisch in den Buchhandlungen sehen möchtest, muss es entweder sehr beliebt sein oder du musst aktiv darauf hinarbeiten.

Die Print-on-Demand-Dienste bieten mittlerweile auch viele (kostenpflichtige) Dienstleistungen rund um dein Buch an, vor allem, was Lektorat und Vermarktung betrifft. Wenn du ein professionell anmutendes Buch zu einem geringen Preis mit der Möglichkeit einer weitergehenden Beratung suchst, findest du sie hier sicher am ehesten.

Die Print-on-Demand-Dienste bieten mittlerweile auch viele (kostenpflichtige) Dienstleistungen rund um dein Buch an, vor allem, was Lektorat und Vermarktung betrifft.

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Ganz professionell: Der Selbstverlag

Wenn du unbedingt bei einem Verlag erscheinen möchtest, kannst du auch selbst einen Verlag gründen und dort deinen Roman selbst veröffentlichen. Dies ist ein ziemlich großer Schritt, wenn du eigentlich nur Autor werden möchtest, und du solltest ihn dir gut überlegen. Wenn du bisher nie unternehmerisch tätig warst, könnte es schwer für dich werden. Denn du wirst ein Gewerbe, einen Business Plan und ein Mahnwesen benötigen und natürlich noch vieles andere mehr. Du musst den gesamten Vertrieb organisieren und dich mit Verlagsrecht auseinandersetzen. Wenn du darauf keine Lust hast, solltest du es am besten sofort sein lassen.

Der Vorteil eines eigenen Verlags ist, dass du wirklich die vollständige Kontrolle behältst. Du kannst direkt mit den Buchhandlungen verhandeln (du musst es aber auch) und vielleicht sogar mit dem Verlag ein zweites Standbein aufbauen, während du noch weitere Autor*innen verlegst. Das Ganze ist aber eine Investition und entsprechend mit einem finanziellen Risiko verbunden. Um das Risiko zu mindern, ist auch eine Kombination mit der zweiten Option möglich. Auch Verlage können bei Print-on-Demand-Diensten drucken lassen. Damit werden die Kosten pro Exemplar höher, aber du musst keine hohen Auflagen drucken, die später vielleicht niemand haben möchte.

Schritt 12: Marketing für dein Buch

Egal, ob du einen Verlag gefunden hast oder deinen Roman auf eigene Faust veröffentlichst: Du wirst nicht umhin kommen, Marketing für dein Buch zu machen, wenn du erfolgreicher Autor werden willst. Zwar unterstützen dich Verlage (und auch Print-on-Demand-Dienste) dabei, dein Buch zu bewerben. Doch niemandem liegt dein Roman so sehr am Herzen wie dir selbst. Also musst du ihn auch selbst vermarkten.

Es gibt sogar einige Dinge, die nur du machen kannst. Denn mehr als jedes andere „Produkt“ ist ein Roman mit seinem Schöpfer verbunden. Der Autor eines Romans ist für jeden Leser extrem spannend, und viele Dinge, die du als Marketing für dein Buch tun kannst, haben ganz direkt mit dir zu tun.

Viele Autor*innen sind keine Marketing-Naturtalente. Das liegt daran, dass andere Persönlichkeitsmerkmale nötig sind, um Hunderte von Stunden an einem Text zu feilen, als auf Fremde zuzugehen, die eigene Arbeit anzupreisen und um Hilfe zu bitten. Es führt jedoch leider kein Weg daran vorbei, wenn du erfolgreicher Autor werden willst. Und das Gute ist, dass du, wenn du über deinen Schatten springst und Marketing für dein Buch betreibst, nicht nur viele neue Dinge lernst, sondern dich auch persönlich weiterentwickelst.

Ich habe dir hier fünf Tipps zusammengestellt, die dir helfen, dein Buch bekannter zu machen. Sehr wahrscheinlich wirst du genauso viel Arbeit ins Marketing stecken müssen wie in deinen Roman. Das Gute aber ist, dass der Erfolg, den dein erster Roman erzielt, gleich schon ein bisschen Marketing für den zweiten ist.

Viele Autor*innen sind keine Marketing-Naturtalente.

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1: Deine eigene Website

Deine eigene Website solltest du in jedem Fall erstellen. Es ist einfach, muss nichts (oder nicht viel) kosten, und du kannst immer wieder auf sie verweisen. Außerdem bist du so im Internet auffindbar, wenn interessierte Leser*innen oder Verleger nach dir suchen. Die einfachste Möglichkeit, eine Internet-Seite zu erstellen, ist meiner Meinung nach eine WordPress-Seite. Du kannst dich entscheiden, ob du bei wordpress.org eine Seite anlegst oder bei einem Webhoster eine Domain und Webspace beziehst. Die meisten Hoster (Strato, 1&1, United Domains, One) bieten eine WordPress-Installation mit einem Klick an. Es gibt etliche Themes, die du installieren kannst, damit deine Seite so aussieht, wie du es dir wünschst. Innerhalb von wenigen Minuten kannst du für sehr wenig Geld eine professionelle Webseite aufsetzen. Es gibt also keinen Grund, es nicht zu tun.

Das könnte dich auch interessieren: In diesem Artikel stelle ich dir die 10 besten WordPress-Themes für Autoren vor.

Dies sollte deine eigene Website enthalten:

  • Eine Seite über dich, in der du erzählst, wer du bist und was dich antreibt. Gut ist, wenn du dein persönliches Leben mit deinem Roman verknüpfen kannst. Das macht dich nahbarer und dein Buch spannender. Das heißt nicht, dass du etwas Intimes über dich preisgeben musst. Du kannst aber beispielsweise schreiben, dass dich ein bestimmtes Buch sehr inspiriert hat. Damit haben deine Leser*innen direkt einen Anknüpfungspunkt zu dir und deinem Roman. Du kannst auch darüber schreiben, warum du unbedingt Autor werden wolltest.
  • Deine Romane. Für jedes Buch, das du geschrieben hast, legst du eine eigene Seite an, in der du es beschreibst, Pressestimmen zusammenstellst, eine Leseprobe zur Verfügung stellst und – ganz wichtig – die Möglichkeit gibst, es zu kaufen.
  • Eine Kontaktmöglichkeit zu dir. Wenn deine Leser*innen dir schreiben möchten, ist das toll. Diese Art von Feedback solltest du dir in keinem Fall entgehen lassen. Also mache es ihnen einfach, dich zu erreichen, am besten über eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer.

Du kannst (und solltest) die Webseite übrigens bereits erstellen, bevor dein Roman fertig ist. So hat sie Zeit, in den Suchmaschinen indiziert zu werden. Und du kannst beispielsweise ein Schreib-Tagebuch integrieren, dass potenzielle Leser schon während des Entstehungsprozesses des Romans neugierig werden lässt.

Wenn du dich für WordPress entscheidest, aber noch nicht weißt, wie und wo du damit anfangen sollst, empfehle ich dir mein Buch Bloggen für Einsteiger, mit dem du alles lernst, was du für deine eigene WordPress-Website brauchst. Das Buch ist nicht nur an Menschen gerichtet, die Autor werden wollen, hilft diesen aber auch.

Die einfachste Möglichkeit, eine Internet-Seite zu erstellen, ist meiner Meinung nach eine WordPress-Seite.

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2: Die Menschen in deinem Leben

Es gibt sicher etliche Personen – deine Familie, dein Partner, deine Freunde – die sich riesig mit dir über dein Buch freuen – und die wissen, wie gerne du Autor werden wolltest. Und die es gar nicht schlimm finden, wenn du sie darum bittest, etwas Gutes darüber zu sagen. Im Gegenteil, sie werden sich freuen, wenn sie ein bisschen zu deinem Erfolg beitragen können. Auf diese Weise können deine Freund*innen dir helfen, dein Buch zu bewerben:

  • Sie können eine Rezension zum Beispiel bei Amazon verfassen, wenn sie das Buch gelesen haben.
  • Sie können ihrerseits Bekannten gegenüber erwähnen, dass du einen Roman verfasst hast und worum es in diesem Roman geht. So werden sie zu Botschaftern deines Buchs.
  • Sie können überlegen, ob sie jemanden kennen, der dir weiterhelfen kann, zum Beispiel im Buchhandel oder bei der Presse.

Das hört sich vielleicht erst mal nicht nach viel an, und natürlich wirst du so keine Millionen Leser*innen finden. Aber die Qualität, die eine persönliche Empfehlung hat, ist viel höher, als wenn man nur von einem Buch liest. Insofern ist diese Art des Marketings nicht zu unterschätzen.

3: Social Media

Um persönliche Empfehlungen geht es auch in diesem Tipp. Denn nichts anderes ist Social Media, auch wenn der Kreis der Bekanntschaften größer und weniger direkt ist. Dennoch haben Facebook-Freunde und Instagram-Follower eine genaue Vorstellung davon, auf wessen Tipps sie hören können.

Gemeinsam mit deiner Website solltest du also auch eine Social-Media-Präsenz aufbauen. Hier kannst du auch Neuigkeiten über den Stand deines Romans verbreiten, aber vor allem Kontakte zu Gleichgesinnten aufbauen. Und natürlich die Nachricht platzieren, dass dein Roman fertig ist.

Zu Social Media im weiteren Sinne zählen auch Blogs. Zu kaum einem Thema gibt es ähnlich viele Blogs wie zu Büchern. Hier findest du beispielsweise eine Liste an Buchblogs https://www.lesestunden.de/topliste/, aber du musst auch nicht lange recherchieren, um noch weitere zu finden. Viele Buchblogger sind bereit, auch Bücher von unbekannten Autoren zu rezensieren. Allerdings solltest du nie ungefragt ein Rezensionsexemplar schicken, sondern vorab fragen, ob es passt. Du erhöhst deine Chancen, wenn du folgende Punkte beachtest.

  • Schreibe nur Blogger an, deren Buchauswahl zu deinem Roman passt. Du hast einen Entwicklungsroman geschrieben? Dann ist die Fantasy-Bloggerin vielleicht nicht die richtige Ansprechpartnerin. Schau auch nach, ob auf der Seite deiner Wahl auch unbekannte Autor*innen auftauchen.
  • Verfasse ein individuelles Anschreiben. Niemand mag Massen-Mailings, Buchblogger auch nicht. Wenn du sehr nett zeigst, dass du dich mit ihrem Blog beschäftigt hast und erklärst, warum dein Buch ihnen gefallen könnte, öffnet dir das die Tür ein Stück.

Gemeinsam mit deiner Website solltest du also auch eine Social-Media-Präsenz aufbauen.

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4: Presse

Natürlich solltest du auch eine Pressemitteilung zur Buchveröffentlichung verfassen. Dazu muss man kein Journalist sein. Jeder darf eine Pressemitteilung erstellen, auch du, wenn du Autor werden willst. Anschließend solltest du sie an Presseportale schicken und an Zeitungen, die eventuell an der Veröffentlichung interessiert sein könnten.

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Und genau das ist der schwierigste Punkt. Welche Zeitung könnte daran interessiert sein, dass du einen Roman veröffentlicht hast? Das hängt ganz davon ab, wie die Story dahinter aussieht. Wenn du deinen Roman während eines durch Kickstarter finanzierten Flugs ins All verfasst hast, könnte vielleicht auch der Spiegel daran interessiert sein. Ansonsten musst du dir überlegen, ob es vielleicht Periodika aus deiner Heimatstadt gibt, die gerne darüber berichten, dass jemand aus diesem Ort ein Buch herausgegeben hat. Vielleicht gibt es auch Fachzeitschriften, die mit dem Thema deines Romans zu tun haben. Auch diese kannst du anschreiben. Hierfür gilt das gleiche wie für Blogger-Anschreiben: Massen-Mailings werden dir keinen Erfolg bringen.

5: Buchhandlungen

Der ganz große Schritt für viele Autor*innen sind Buchhandlungen. Denn hier ist auch nichts mehr mit hinter dem Computer verstecken, sondern man muss mit echten, fremden Menschen über das eigene Buch sprechen. Aber der große Pluspunkt ist: Du sprichst mit Menschen darüber, die Literatur genau so lieben wie du. Und wenn du Autor werden willst, möchtest du dein Buch sicher auch in der Buchhandlung sehen.

Kleine lokale Buchhandlungen können ebenso wie lokale Presse daran interessiert sein, ein Buch von jemandem aus dem eigenen Ort auszustellen. Oder sie können mit dir gemeinsam eine Lesung veranstalten. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt, wenn du sie davon überzeugen kannst, dass sie dadurch während der Lesung viele deiner Bücher verkaufen werden. Denn wie bei allen Tipps gilt auch hier: Wenn ihr beide etwas davon gewinnt, steht einer Kooperation nichts im Wege. Und deinem Weg zur erfolgreichen Veröffentlichung auch nicht.

Hier sind wir am Ende dieses langen Artikels angekommen. Wenn du immer noch Autor werden willst (natürlich willst du das!), helfe ich dir gerne mit meinen Kursen.

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